Mit insgesamt mehr als 640 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stießen die beiden Veranstaltungen des schulübergreifenden Medienkompetenzprojekts in Heilbad Heiligenstadt auf große Resonanz. Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Silke Müller zum Thema „Kinder und Jugendliche im Haifischbecken der Sozialen Medien. Wie künstliche Intelligenz Familien und Schule verändert und was jetzt zu tun ist“.
Die Referentin zeigte eindrucksvoll auf, wie selbstverständlich Kinder und Jugendliche digitale Medien und soziale Netzwerke nutzen und welche Chancen, aber auch Risiken damit verbunden sind. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer waren überrascht, teilweise sogar schockiert über die technischen Möglichkeiten moderner Anwendungen und die Raffinesse, mit der Kinder und Jugendliche digitale Angebote nutzen. Insbesondere die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz sowie die Geschwindigkeit, mit der sich Inhalte in sozialen Netzwerken verbreiten, sorgten für intensive Gespräche auch nach dem Vortrag.
Für zahlreiche Eltern wurden die Gefahren der Nutzung sozialer Medien noch einmal deutlich sichtbar. Themen wie Cybermobbing, Datenschutz, problematische Inhalte oder die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit bewegten die Teilnehmenden und führten zu einem regen Austausch.
Ob ein Social-Media-Verbot wie in Australien der richtige Weg ist, konnte an diesem Abend nicht abschließend beantwortet werden. Einigkeit herrschte jedoch darüber, dass Eltern eine besondere Verantwortung tragen. Kinder und Jugendliche benötigen Begleitung, Orientierung und klare Regeln, um soziale Medien sicher und verantwortungsvoll nutzen zu können. Ebenso wurde deutlich, dass auch die Anbieter der Plattformen in der Pflicht stehen und geeignete Rahmenbedingungen geschaffen sowie konsequent reguliert werden müssen. Nur so kann ein sicherer und verantwortungsbewusster Umgang mit sozialen Medien gelingen.
Das Medienkompetenzprojekt wurde durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ ermöglicht und geht auf eine Idee von Frau Kleineberg, Schulleiterin der Grundschule Lorenz Kellner, zurück. Mit großem Engagement initiierte und organisierte sie gemeinsam mit der Schulsozialarbeit und weiteren Beteiligten das Projekt, das weit über die eigentlichen Vorträge hinaus wichtige Impulse für Familien, Schulen und die gesamte Region setzt.
Ein besonderer Dank gilt dem Förderverein der Lorenz-Kellner-Grundschule für die Antragstellung und Unterstützung des Projekts. Ebenso bedanken wir uns bei den Eltern, die bei der Getränkeausgabe geholfen haben, beim Landkreis Eichsfeld für die technische Unterstützung sowie bei allen weiteren Beteiligten, die zum Gelingen der Veranstaltungen beigetragen haben.
Die hohe Teilnehmerzahl und die zahlreichen positiven Rückmeldungen zeigen: Medienkompetenz ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben unserer Zeit. Das Projekt hat hierfür wichtige Denkanstöße gegeben und deutlich gemacht, dass Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg durch die digitale Welt nicht allein gelassen werden dürfen. (Babett Körber, Schulsozialarbeit)


